[146] Der Stand der Ritter verschwand während der Spätantike von der Bildfläche. Jahrhunderts. [106], Caligulas Nachfolger Claudius interessierte sich für das Rechts- und Gerichtswesen. Tatsächlich gelang das dann unter Justinian I. Schwierigste Fälle wurden durch Gottesurteil entschieden. Jahrhundert v. Chr. Während der Kaiserzeit wurde eine Vielzahl von Gesetzen geschaffen. Der Senat bestand aus ehemaligen Magistraten, sie hatten allerdings zu Anfang der Republik keine politischen Rechte, sondern nur eine beratende Funktion. [146] Möglicherweise ist der Bericht der Historia Augusta nicht authentisch, aber er liefert einen spätantiken Nachweis darüber, dass sich der Senat noch in dieser Zeit als Hüter der res publica verstand.[149]. An die Stelle der „Göttlichkeit“ trat zwanglos das „Gottesgnadentum“. Verfassungsrecht und im Verhältnis dazu die Verfassungswirklichkeit, wie sie sich in der Spätantike darbot, waren und sind nicht leicht zu fassen. Zwangsordnungen in der Landwirtschaft führten zu halbfreien Kolonaten. ermordet, seinerseits gerächt durch Umsetzung der im Folgejahr ergangenen Lex Pedia. Lange Zeit unterhielt er ein gutes Verhältnis zum Senat, dessen Eigenständigkeit in der Rechtsprechung er unterstützte. Die Volksversammlung ist eine politische Errungenschaft der Ständekämpfe in der römischen Politik. Konstantin ließ sich von Prätorianerpräfekten vor Ort vertreten. Ein sprunghafter Anstieg war einer Gerichtspraxis der extensiven gerichtliche des unbestimmten Rechtsbegriffs „laesa maiestas“ („verletzte Erhabenheit“) zu verdanken. Die meisten der Gesetzgebungsakte des „Philosophen auf dem Kaiserthron“ zielten auf die Verbesserung der Rechtsstellung der Schwachen. Spätestens ab 367 v. Chr. Sie bestand aus auskömmlich besoldeten Berufsbeamten, die vornehmlich aus dem Senatoren- und Ritterstand (eques romanus) kamen. Zugesprochen wurde ihm wohl bestenfalls die Zuständigkeit als „Kronrat“, ein Beratungsgremium des Monarchen. Für diese Zeit galt der als interrex. Sie sorgten für die Festsetzung der Gerichtstage und -programme, gaben die Spruchformeln für den jeweiligen Klagetyp vor. Weniger aber war es die umstrittene Autorität des Gesetzes, die es letztlich kippte, schließlich bot der Senat Octavian bereits 22 v. Chr. Später genügte dafür sogar eine quästorische Verlesung bei persönlicher Abwesenheit des Kaisers. [24] Erst Lucius Tarquinius Priscus und Servius Tullius erhielten als Insigne ihrer Auserwähltheit nochmals ein augurium. Chr.) [67], Gesetze stärkten den „plebs“ zusätzlich. Zunehmend stellten sich die zunehmenden griechischen Einflüsse dem rigoristischen Rechtssystem entgegen. In Tiberius’ Amtszeit fallen insgesamt 60 Majestätsprozesse. Die gelebte Verfassung habe sich zwischen zwei Polen, dem Kaiser einerseits und der res publica andererseits, abgespielt. ), wurde anfänglich bis auf lokal begrenzte Verfolgungen toleriert, zwischenzeitlich rechtlich sogar abgesichert. Was nämlich für die Ausübung des einzelnen Amtes gelten mag, gilt nicht für die Ausübung der Summe aller Ämter. In Kriegszeiten zeichnete sich ab, dass das Machtwort des Kommandanten den Soldaten stärker ertüchtige, als die Identifizierung mit dem republikanischen Staatswesen. [144][145], Politik wurde allein im Umfeld des Kaisers gemacht. [29] Ädilen, Volkstribune und Quästoren hatten kein Imperium. Der imperiale Erfolg des Reiches brachte viele Beamtenstellen hervor. Die Regierungsgeschäfte Kaiser Justinian I. florierten. Dieses rechtliche Zugeständnis wiederum habe nicht nur den Ständekonflikt beendet, sondern die Entwicklung der sich anschließenden Staatsverfassung selbst entscheidend vorangetrieben. Grundlagen und Entwicklung was published on 01 Aug 1983 in the journal Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Romanistische Abteilung (Volume 100, Issue 1). [132] Rubin untersuchte die Normativität der byzantinischen Verfassung genauer und zog dabei die geheimgeschichtlichen und durchaus polemischen „Anekdota“ Prokops heran. 149 RV in der Weimarer Nationalversammlung by: Kronhagel, Kristian Klaus 1970- Published: (2002) Die Legitimitätskrise der römischen Republik by: Ungern-Sternberg, Jürgen von 1940- Published: (1998) zum neueren Forschungsstand hinsichtlich der Spätantike etwa Alexander Demandt: Zur Bekämpfung des zunehmenden Preiswuchers, dessen wirtschaftliche Beschädigung insbesondere der Heeresversorgung schwer zu schaffen machte, vergleiche: Edikt gegen die Offenbarungsreligion der Manichäer, Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften. bis zu der… Prägung erfuhr es allein durch religiös motivierten Ritualismus. Bereits die Anrede des Kaisers als Herr (domus) verdeutlichte eine Grundhaltung, die im späten 1. Das Ausnahme-Magistratsamt der Diktatur war häufig als Triebfeder für missbräuchliche Eingriffe in die tradierten und bewährten republikanischen Werte wahrgenommen worden. Berufs- und Standeswechsel wurden mit hohen Strafen bedroht. Zwischenzeitlich wurde die westliche Reichshälfte wiedergewonnen. Chr.) [9], Dennoch liefern uns die ausführlichsten Berichte zur römischen Königszeit Titus Livius in seiner „Römischen Geschichte“[10] und der Grieche Dionysios von Halikarnassos in seiner „Römischen Archäologie“,[11] jeweils Quellen aus der zweiten Hälfte des 1. und trotz eines rechtsdogmatisch kritischen Zustands bei dieser Verfassungsform. [122] Die bürgerlichen Rechtsanfragen wurden zumeist durch die kaiserlichen Sekretariate „a libellis“ und „ab epistulis“ abgearbeitet, gelegentlich antworteten auch vom Kaiser legitimierte Juristen. Der Prinzipat beendete die jahrzehntelangen innenpolitischen Kämpfe, aus denen die Kräfte der aristokratischen Republik als Verlierer hervorgegangen waren. Geschichte der Römischen Republik. trat außerdem das Kollegium der Pontifices in den Blick der Öffentlichkeit. Die ersten 21 tribūs des römischen Staatsgebiets entstanden angeblich schon bis 495 v. [29] Schon Polybios charakterisierte das republikanische Rom in seiner Geschichtsschreibung als eine komplexe Zusammenführung einzelner Verfassungselemente. Der kaiserlich praktizierte Herrschaftsstil wurde bis weit ins Mittelalter literarisch aufgearbeitet, nach Erkenntnissen Berthold Rubins sogar bis hin zum Ende des byzantinischen Reiches. Unter Bezugnahme darauf, erlangten einige Prinzipien besondere Bedeutung. Daher haben die oberen Zenturies bedeutend weniger Mitglieder als die unteren, nicht so vermögenden. Die Erstellung der Senatsliste (lectio senatus) erfolgte in der „hohen Republik“ regelmäßig alle fünf Jahre, weshalb es lange dauern konnte, bis ein Senator offiziell dazugehörte (qui in senatu sunt). In der römischen Verfassung stehen drei Verfassungsorgane nebeneinander: Im Krieg und Frieden liegt die Leitung des Staates voll und ganz in den Händen der jährlich gewählten Konsuln, die aufeinander aufpassen, damit niemand die Macht ergreift und übermütig wird. Die Verfassung der Römischen Republik bestand aus einer Reihe nicht kodifizierter Normen und Bräuche, die zusammen mit verschiedenen schriftlichen Gesetzen die Verfahrensführung der Römischen Republik leiteten . Dessen Söhne sollen nach Livius den Mord am Etrusker L. Tarquinius Priscus in Auftrag gegeben haben, um den „Usurpator“ beseitigt zu wissen, denn sie sahen sich als die legitimen Nachfolger des Vaters. als deren Beginn genannt, unter Ablösung der monarchischen Struktur die Römische Republik. Nach der Legende um Romulus und Remus wird das Ereignis auf den 21. Eine Theorie des Gewohnheitsrechts hatten die römischen Juristen nicht entwickelt, weshalb ein Rechtssatz zwar seine historische Herkunft bezeichnet, nicht jedoch den gegenwärtigen Geltungsgrund. Der Senat nahm im römischen Verfassungsleben eine permanent aktive Rolle ein, wobei seine anfänglich sehr hohe Autorität im Laufe der Zeit zunehmend untergraben wurde. Der Zugang zum inzwischen vererbbaren Senatorenamt war deutlich erleichtert worden, die angeführte strukturelle Klassifizierung entwertete ihn aber nur und bedeutete letztlich seinen Niedergang. Es ist davon auszugehen, dass lange nach den Ereignissen die historischen Fakten mit Legenden vermischt worden sein dürften. [85], Die an den Prinzeps abgegebenen politischen Befugnisse des Senats stellten überdies eine Umkehrung des Weges der politischen Willensbildung gegenüber der Zeit der Republik dar. [49] Mit dem Annuitätsprinzip verknüpft wurde das Iterationsverbot. In keinem neueren historischen Handbuch wird die Zwangsstaatthese, die bis in die 1970er Jahre recht verbreitet war, noch vertreten. Aus diesem Grunde musste er zunächst formal die Republik wiederherstellen. [39], An die Königszeit erinnert auch das politische Amt des interrex. Sie forderten in diesem Zusammenhang auch das Gesetzgebungs- und Rechtsprechungsmonopol für sich ein. Im ungünstigen Falle lehnen sich Erdichtungen oberflächlich an tatsächliche Ereignisse an, liefern damit jedoch keinerlei Bestimmtheit und Gewähr. Sie seien vom Volk „bestimmt“ oder auch „gewählt“ gewesen (iussit, creavit) und sie seien vom Senat bestätigt worden. Wichtigste Gesetzesform waren die leges, zuständig für deren Erlass waren die Komitien. Die metaphysische Universallehre der Stoa hielt mit ihr Einzug in die römische Gesellschaft und färbte auch auf die spätrepublikanische Jurisprudenz ab. Eine Abgrenzung ließe sich sinnvoller nach prägenden rechtlichen und gesellschaftlichen Ereignissen vornehmen, die tatsächliche Veränderungen herbeigeführt hätten. Theodosius II. Er konnte die Konsuln in Kriegszeiten oder aufgrund von sonstiger Abwesenheit vertreten. Das Christentum, das von den Römern jahrzehntelang als jüdische Sekte angesehen wurde (bis etwa 130 n. Die Verfassung der römischen Republik -Aufgaben: - Außenpolitik - Empfang ausländischer Gesandtschaften - Einsetzen von Provinzstatthaltern - Gesetzesvorschläge an die Volkstribunen - wird auch ,,Versammlung der Alten" genannt - besteht aus 300 Mitgliedern - bindende Empfehlungen Mit dem Jahr 27 v. Chr. Die Magistrate blieben weiterhin bestehen. Nach dem Edikt gegen die Offenbarungsreligion der Manichäer (wohl vor 302 n. Use features like bookmarks, note taking and highlighting while reading Die Geschichte der Verfassung der römischen Republik (German Edition). Unter Caesar stieg die Anzahl zeitweilig auf rund 900 bis 1000 Senatoren an. In der Summe seiner Titel war er: Imperator, Caesar, Divi filius, Augustus, pontifex maximus, consul XIII, tribunicia potestate XXXVII, imperator XXI, pater patriae und nach seinem Tod durch Augustales selbst vergöttlicht. Dieses Wiki widmet sich voll und ganz dem Römischen Reich der Antike und sammelt Informationen zu relevanten Daten, Kriegen und Schlachten, Kaisern, Ämtern, den politischen Systemen und vielem mehr. Übriggeblieben waren vereinzelte Gremien, die im Interesse der Stände Provinzialpolitik betrieben. Kostenlos registrieren und 48 Stunden Die Römische Republik üben . Die „göttliche“ Komponente des Kaisertitels entsprach einer hellenistischen Tradition und wurde in den Provinzen des Ostens gepflegt. Jahrhundert v. Chr. Immer unschärfer wurde die Trennlinie zwischen bloßen kaiserlichen Äußerungen und Anordnungen mit Gesetzeskraft. Er versuchte den Sklaven, Frauen und Kindern ihre Situation zu erleichtern. Die Konsuln hatten Vetorechte (iura intercedendi), die sie gegen prätorische Anordnungen geltend machen konnten. [160], Trotz gesetzlicher Beschränkungen waren die reellen, in den Quellen fassbaren Auswirkungen auf die Gesellschaft wohl weniger dramatisch, als in der älteren Forschung oft angenommen. Schließlich war jeder Magistrat noch ermächtigt, die Maßnahmen seines Kompetenzbereiches bekanntzugeben, die während seiner Amtsperiode verbindlich werden würden. Außerhalb der Stadtgrenze waren sie mit dem Amtssymbol der höchsten Machthaber ausgerüstet, dem Liktorenbündel. Neid, Missgunst, Korruption, Erpressung und überzogene Machtgelüste prägten den konservativ-patrizischen und senatstreuen römischen Uradel sowie die patrizisch-plebejische Geldaristokratie gleichermaßen. Ostrom hingegen erlebte einen nachhaltigen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung. [131] Detlef Liebs beschrieb Justinians Verfahrensstil beim Erlass neuer Gesetze. Da auch die Wirtschaft durchschnittlich moderat wuchs, konnten mancherorts auftretende Engpässe des sich ausweitenden Imperiums aufgefangen werden. Nach Auffassung des Vierkaiserregiments waren Staat und Religion nicht trennbar und der Ausschließlichkeitsanspruch des Christentums („Christus ist der Herr“) unvereinbar mit dem staatlichen Kaiserkult. Nach modernerem Verständnis bedeutet ein derartiges Verbot ein gegen jedermann wirkendes Abwehrrecht. [29], Zur Gesellschaftsordnung der Königszeit und Grundlage der Verfassung gehörte die Familie (familia). Üblicherweise liegt der Darstellung die Abfolge von unterschiedlichen Staatsformen als Einteilungskriterien zugrunde. Er stellte fest, dass die „monarchische Idee“ unangefochten war, andererseits aber noch „republikanische Bewusstseinsreste“ anzutreffen waren. Innerhalb der Stadtgrenzen hatten römische Bürger ein Provokationsrecht gegenüber der Volksversammlung, wenn sie sich durch die Gewalt staatlicher Magistrate beeinträchtigt sahen. Die rechtspolitische Kompetenz des Senats fasst Kunkel so zusammen, dass er eine Parallele zur Verwaltungsarbeit und -hoheit des deutschen Gemeinderates (auf kommunaler Ebene) zieht. durch Morde, Bürgerkrieg und Strukturkrisen suggerierten, der augusteische Prinzipat sei in eine Krise geraten. Die prominenten XII Tafeln unterlagen zunehmend aktueller Interpretationsfähigkeit. Die Verfassung der römischen Republik Über die Staatseinrichtungen Roms in der frühen Zeit finden sich nur wenige Quellen. Die behördlichen Karrierechancen hatten sich sogar eher verbessert, selbst das Amt des Kaisers konnte angestrebt werden, ablesbar am Aufstieg des einfachen Bauernsohnes Justin I. Festzuhalten ist am ehesten, dass der Einfluss der Heermeister einerseits und der wachsenden Kirche andererseits begonnen hatten, das Bewusstsein der Menschen grundlegend zu verändern. [54] Iulianus, ein anerkannter Jurist während der Amtszeit Kaiser Hadrians, formulierte 130 n. Chr. Die in die Familie eintretende Ehefrau und die Ehefrauen der Söhne und Enkel unterlagen der väterlichen Hausgewalt ebenfalls. Chr. Die Volksversammlung; Damals. Kann als Handout für die SuS oder als Folie genutzt werden. Staatsreligion wurde (vergleiche Dreikaiseredikt). Von der großen Mehrheit der Römer wurde er verehrt, sein verfassungsrechtliches Werk gar als Pax Augusta verklärt. [135] Denn: Auch ein Alleinherrscher sei nicht allein auf der Welt, er sehe sich vielmehr den Einflüssen Einzelner und Gruppen sowie Institutionen ausgesetzt. Chr., dem eine secessio plebis vorangegangen war. Insbesondere ergänzte er Familien- und Strafvorschriften. Jede Zenturie bildete ursprünglich eine Hundertschaft des Heeres und wurde streng nach einem bestimmten Mindestvermögen einer Klasse zugeteilt. Dieses war nicht mehr prätorisches Allmachtszeugnis in Rechtsangelegenheiten, denn die Entwicklung des Rechts lag zu diesem Zeitpunkt bereits in den Händen des Kaisers und dessen Rechtsberatern. [109], Nero machte zunächst als souveräner Richter von sich Reden,[110] der die Augustus’ Traditionen aufgriff. Marcus Antonius beobachtete die Vorgänge. Karl Christ) stellte sich jedoch heraus, dass sowohl der Senat als auch das Volk, vertreten durch die Volksversammlung, es innerhalb eines zurückliegenden Centenniums verlernt hatten, sich politisch selbst zu bestimmen. Leitbild der Gesetzesbeschlussverfahren waren die leges. Weiterer Expansionsdrang bescherte dem Reich im Zweiten Punischen Krieg 201 v. Chr. Wie sein Vater Vespasian, galt Titus als gerühmter Herrscher. Die Römische Republik umfasst die Zeit von ca. Nach heutigem Forschungsstand[114] sind 427 Verordnungen (constitutiones) auf Severus Alexander zurückzuführen, enthalten im Codex Iustinianus. Vornehmlich stammten diese aus der Zeit, die der Reichsteilung 395 vorausgegangen war. Chr.) In der Kaiserzeit gilt formal die Verfassung der Republik weiter, jedoch steht über ihr der Prinzeps, sodass sie faktisch keine Be-deutung mehr hat. Bald jedoch wurde erneut der Ruf nach einem „starken Mann“ laut. Heute besteht in der Forschung Einigkeit darüber, dass die Kenntnisse zur Verfassung des römischen Königreiches als gering betrachtet werden müssen. Um möglichst vielen Beamten diese Anerkennung zugestehen zu können, wurden jährlich Konsulpaare ernannt, bisweilen im Zweimonatsrhythmus. Kennzeichnend sei die „Organisation staatlicher Machtausübung im weitesten Sinn“, getragen von einem gesellschaftlichen Konsens, welche Spielregeln eingehalten werden sollen. unternahm als erster den Versuch einen Gesamtüberblick zu verschaffen über das seit Alters her wirkende römische Recht.[140]. So waren im Verfahren demnach die Beratungen der hohen Beamten und des Senats vorzuschalten, bevor der Kaiser das Gesetz dann aber höchstselbst ausfertigte. Jahrhundert wandelten sich die Grundlagen für eine römische Rechtsordnung ganz extrem. 27 v. Chr. Augustus führte den Staat als „Erster Bürger“ der Zivilgesellschaft (princeps civium), ohne ein ordentliches Amt in Anspruch zu nehmen. Damit verbesserten sich Argumentationskraft und rechtliche Gestaltungsökonomie schlagartig. [5] Dieser Staat habe seine Regelungen aus lang erprobtem (longa et invertata consuetudo) und unbestrittenem (consensus omnium) Gewohnheitsrecht bezogen,[6] sowie der Väter heiligen Sitte, mos maiorum. ), erging 303 n. Chr. Daran schloss die Spätantike an, in der sich gegenläufige Tendenzen im stark rechtsvereinfachenden, postdiokletianischen Vulgarrecht etablierten, Bestandteil des nachklassischen Rechts. Diese rekrutierten sich jeweils aus Familien gemeinsamer Abstammung. Möglicherweise zeitgleich erschien der Codex Theodosianus. Beamten wurde außerdem verboten, Ämter unmittelbar aneinanderhängend auszuüben. Das aus der internen Führungsschicht des „plebs“ entstandene Volkstribunat wählte in seinen Versammlungen (concilia plebis) jährlich zunächst zwei, später zehn ständige politische Interessensvertreter gegenüber der aristokratisch-patrizischen Staatsführung, die tribuni plebis. sei Rom ein allein bäuerlich geprägter Gemeindestaat gewesen. Grundlagen und Entwicklung | Jochen Bleicken | download | B–OK. Am ehesten geht die Forschung daher von einer Mischverfassung aus, die sich aus monarchischen, aristokratischen und demokratischen Elementen zusammensetzt. Die Gesetzgebungskompetenzen und die formelle Zuständigkeit für Gesetzgebungsverfahren lagen in der römischen Republik in unterschiedlichen Händen. Unter Diktator Sulla wurde die Zahl der Senatsmitglieder im Zeichen der personellen Schwächung durch den Bürgerkrieg von 300 auf 600 Personen verdoppelt. eine endgültige Fassung des prätorischen Edikts, das edictum perpetuum. Als pontifex maximus war Augustus zudem oberster Aufseher der römischen Kulte. Neben den stehen die sogenannten Volkstribunen, die insbesondere die Rechte des unteren Volkes wahren sollen. Andere Ämter entstanden und erloschen. Tatsächlich aber begab sich der Senat seiner eigenen politischen Willensbildung, er stützte allein die des Prinzeps. Schließlich beanspruchte Sulla diktatorische Mittel um die republikanische Vormachtstellung wiederzuerlangen. Chapter 3 ff. Nach vorherrschender Auffassung der Rechtshistoriker wird der römische Machtbereich verfassungsgeschichtlich in vier Zeitabschnitte unterteilt. [123] Heutzutage relativiert die Forschung viele Aspekte der Kritik an der Vulgarliteratur allerdings. Jahrhundert n. Chr. Die über 200 Jahre währende Pax Romana konnte andererseits durch eine perfekt funktionierende Verwaltung und durch ein hoch entwickeltes Privatrecht sowie durch an diesem geschultes Volksbewusstsein gewährleistet werden. 6 Prätoren sind für die Rechtssprechung zuständig, aufgeteilt in innere und äußere Rechtsangelegenheiten. Bedeutung erlangte das Amt des interrex später für das interregnum zwischen den Königen und bestand in dieser Form weiter in der Republik fort und zwar für den Fall, dass beide Konsuln vorzeitig aus ihren Ämtern ausgeschieden waren. In der gesetzgebenden Volksversammlung hingegen wurden politisch bedeutende Entscheidungen über Krieg und Frieden getroffen, Gesetze verabschiedet und Verbrechen verhandelt. Unter Juristen besteht in diesem Punkt Einigkeit, vor allem wenn berücksichtigt wird, dass das überragend prominente Privatrecht der hohen Kaiserzeit sich kaum im stattgehabten Maße hätte entfalten können, wenn es auf ein rechtlich unsicheres Umfeld staatlicher Ordnung gestoßen wäre, dem letztlich unweigerlich die wirtschaftlichen Anreize gefehlt hätten. Ob Oktavian Sondervollmachten innehatte – ähnlich eines Gaius Iulius Caesar – wird kontrovers diskutiert. Noch frühere Berichterstatter waren Quintus Fabius Pictor und Lucius Cincius Alimentus, die zu den ältesten Geschichtsschreibern überhaupt zählen. Mit Aufkommen des Jupiterpriesters schwand seine Bedeutung wohl wieder, wobei die Bedeutungsschwerpunkte der Verehrungskulte im Einzelnen umstritten sind. Ein weiteres Ordnungsorgan waren die Liktoren. So entstanden Africa, Achaea oder Asia. Er ernannte Maximian zu seinem Mitregenten. Nach dem Tode Domitians schien der angesehene Jurist Nerva die Republik wiederherstellen zu können. Geschichtsschreiber, die die Republik als Weiterentwicklung des Königtums und die Konsuln als Nachfolger der Könige sehen, haben die staatsrechtlichen Verhältnisse entweder rekonstruiert oder einer im Volksbewusstsein lebendig vorherrschenden, alten Überlieferung entnommen, die während der Republik geändert und ausgeschmückt worden sein mag, sodass es sich durchaus um falsche Erzählungen handeln kann, die jedoch das alte Recht richtig widerspiegeln. Die überbrachten Grundsätze der Akklamation zur Volksfürsorge band die Kaiser. Erst die spätantiken Kaiser nutzten die lex wieder, eingesetzt, um der Bürokratisierung, der Beschäftigung vieler Staatsbediensteter und sonstiger Vorhaben Herr zu werden. Die politische Legitimation der Macht der Volkstribunen leitete er aus der sacrosanctitas, dem ius subselli und dem ius auxilii ab. überführte Augustus die Republik in das Zeitalter des Prinzipats, der begrifflich synonym für frühe und hohe Kaiserzeit verwendet wird. Zu einem Amt war legitimiert, wer im Rahmen des cursus honorum zuvor das nächstniedrigere Amt eingenommen hatte. andauerte.[8]. Velina und Quirina eingerichtet. gab er deshalb alle außerordentlichen Gewalten an den Senat und das Volk zurück. Religionsunterricht und Verfassung in der Weimarer Republik: die politische Diskussion über Art. Jahrhunderts n. Chr. Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Römisches_Verfassungsrecht&oldid=206172099, „Creative Commons Attribution/Share Alike“. Das archaische Recht muss als genuin römisch bezeichnet werden. Zur Frage des Verhältnisses von Gewohnheitsrecht und römischem Gesetzesrecht: Humboldt-Universität Berlin: Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht sowie Römisches Recht. Er besann sich bei seiner Gesetzgebung insbesondere in den Jahren 223/4 auf die Hervorhebung moralischer Grundsätze und schärferem Sanktionsrecht im Falle von Ordnungsverstößen, womit er die teils despotische Rechtspraxis seiner severischen Vorgänger korrigierte. Oldenbourg, München 1980. [131] Justinians Herrschaft wurde von einigen seiner Zeitgenossen wie Agapetos, Silentiarius und Malalas äußerst positiv eingeschätzt und gepriesen; andere – wie Prokop und Euagrios – gingen bereits früh zu Justinian in Opposition, weil sie die Vielzahl beliebiger Veränderungen und willkürlicher Anpassungen des Verfassungsrechtssystems für „verfassungsmissbräuchlich“ hielten. Letztlich wandelte sich dies allerdings zum Schlechten.[111]. Als einziger Oberbeamter, möglicherweise Träger alter königlicher Gewalt,[51] könnte er aus der Königszeit hervorgegangen sein. Da Rat und Empfehlung des Kaisers aufgrund dessen politischer Bedeutung stets angenommen wurden, konnte er so seinen Willen durchsetzen. Die lex iudiciorum publicorum et privatorum regelte Verfahrens-, Straf- und Privatrechtsvorschriften, auch die funktionale Gerichtsbarkeit. Ab Ende des 3. „Sed in primis ad fontes ipsos properandum […]“, https://rompedia.wikia.org/wiki/Römische_Verfassung?oldid=19184. Obgleich verfassungsrechtlich nicht konstitutiv bindend, wurden sie von den Magistraten regelmäßig umgesetzt.